Es ist erwiesen, dass Jungen sich in der Schule oft schwerer tun als Mädchen. Während viele Mädels zielstrebig und ehrgeizig durch die Schulzeit kommen, fangen beim männlichen Geschlecht oft schon direkt nach der Einschulung die Schulprobleme an.
Jungs können oftmals nicht lange stillsitzen, ihre Konzentration lässt schnell nach und sie stören den Unterricht durch ihre „falsch“ kanalisierte Energie. Nicht selten beginnt ein viele Jahre andauernder Kampf: Mit den Eltern, den Lehrkräften und später mit der eigenen Persönlichkeit.
Jungen sind in der Schule benachteiligt
Warum ist es für Buben immer noch schwerer in der Schule, obwohl dieses Ungleichgewicht seit langem bekannt ist? Hast du auch einen „Sohn 11- lernt nicht“? Was können Eltern tun, um ihre Söhne zu unterstützen? Wie wirkt sich die Pubertät auf die schulischen Leistungen aus? Auf diese und weitere spannende Fragen wirst du hier Antworten finden und Tipps speziell für Jungen in der Schule bekommen.
Warum lernen Jungen anders?
Jungs sind eher praktisch veranlagt und wollen ausprobieren. Etwas auseinanderbauen und zusammensetzen, Experimente machen bei denen möglichst viel passiert, etwas konstruieren – da blühen sie auf. Es geht ihnen auch um Rivalität, Machtkämpfe, Kräftemessen und Rangordnung. Das hängt unter anderem mit dem Hormon Testosteron zusammen, welches die körperliche Aktivität beeinflusst.
Ein Knabe, der den ganzen Vormittag stillsitzen muss, hält das körperlich oft gar nicht aus. Vielfach fehlt aber das Verständnis seitens der Lehrkraft und Schulprobleme werden heraufbeschworen, die eigentlich gar keine sind.
Viele Lehrer arbeiten dagegen, indem sie Strafen verhängen, die Schüler aus dem Unterricht schicken und ihr Selbstwertgefühl dadurch leider nachhaltig stören. Der Schüler bekommt das Gefühl, als stimme etwas nicht mit ihm. Das wirkt auch ausserhalb der Schule.
Mädchen auf der Überholspur
Jungs müssen sich für eine Empfehlung ins Gymnasium mehr anstrengen als Mädchen. Sie erhalten schlechtere Noten für die gleiche Leistung. Es gibt doppelt so viele männliche Schulabgänger ohne Schulabschluss, wie weibliche.
Die Mädchen scheinen schulisch auf der Überholspur zu sein: Mit ca.15 Jahren beträgt ihr durchschnittlicher Vorsprung ein ganzes Schuljahr.
Hinzu kommt eine oftmals weniger gut ausgeprägte Lernstruktur. Jungs vergessen mehr als ihre Mitschülerinnen und lassen auch die Heftführung eher schleifen. Kommt dann noch der nicht ausgelebte Bewegungsdrang hinzu, ergeben sich Folgeprobleme und die Gesamtbewertung des Schülers fällt schlechter aus.
Eine weitere Schwierigkeit ist der hohe Anteil an weiblichen Erzieherinnen und Lehrerinnen. Vielen Jungs fehlt die männliche Identifikationsfigur, besonders natürlich, wenn die Eltern getrennt leben und der Vater nur zeitweise mit dem Kind zusammen ist.
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Schulischer Leistungsabfall in der Pubertät
Surft man im Internet, so liest man immer wieder Fragen hilfesuchender Eltern: „Sohn 11 – lernt nicht“, „Sohn 12 – kein Bock auf Schule“, oder „Sohn 12 – keine Lust auf lernen“. Ein scheinbar kritisches Alter für Söhne.
Woran könnte es liegen? Nicht nur die Hormone spielen in der Pubertät verrückt, auch im Gehirn finden große Umstrukturierungen statt. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen im Gehirn verändert sich.
Einerseits führt dies zu einem Fortschritt in der intellektuell-sprachlichen Fertigkeit (die Jugendlichen wollen plötzlich diskutieren, philosophieren und auch streiten!) andererseits treten vermehrt Stimmungsschwankungen oder gar psychische Veränderungen auf, die Eltern stets gut im Blick haben und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen sollten.
Auch das Dopamin-System ist während der Pubertät im Umbau. Es ist verantwortlich für das Glücksempfinden des Menschen. Zunächst wird es um etwa 30% zurückgefahren, was die Ursache für die Suche von Teenies nach besonderen Kicks wie U-Bahn-Surfen oder ähnlich waghalsigen Aktionen erklärt.
Der präfrontale Cortex wird ebenfalls im Gehirn umstrukturiert. Er steuert die Impulse. An Stelle von Selbstkontrolle treten nun Heulanfälle, Türenknallen oder lautstarkes Herumschreien in Erscheinung.
Das jugendliche Gehirn ist zusammenfassend gesagt so mit seinen Umstrukturierungen beschäftigt, dass für Schulthemen gar kein Platz zu sein scheint. Der „Sohn 11 – lernt nicht“ ist nicht von Haus aus faul, er KANN momentan vielleicht gar nicht gut lernen.
Oder der „Sohn 12 – kein Bock auf Schule“ hätte eigentlich Bock, wenn ihm nicht seine körpereigene Biologie einen Strich durch die Rechnung machen würde. Eltern möchten aber nicht tatenlos zusehen, wie ihr Kind schulisch abfällt, sondern sie wollen ihre Söhne unterstützen.

Tipps für Jungen in der Schule
Wie kannst du deinen Sohn unterstützen?
Wenn die Leistungen der pubertierenden Schüler nachlassen, hängt es zwar oft mit Hormonen und besagten Umstrukturierungen im Gehirn zusammen.
Es gibt jedoch auch andere Faktoren, die du berücksichtigen solltest.
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Ist dein Sohn körperlich gesund?
Wenn du den Eindruck hast, dein Sohn sieht blass aus, isst zu wenig oder klagt über körperliche Beschwerden, so lasse ihn gründlich vom Arzt durchchecken, um eine physische Erkrankung auszuschließen.
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Geht es deinem Sohn auch psychisch gut?
Das Thema „Sohn 11 – keine Lust auf Schule“ könnte auch psychische Gründe haben. Die Ursache von beispielsweise Kopfschmerzen kann auch psychisch bedingt sein. Vielleicht leidet dein Sohn unter Versagens-oder Prüfungsängsten oder wird gemobbt? Versuche herauszufinden, was ihm Schwierigkeiten bereitet und ziehe gegebenenfalls einen Schulpsychologen oder Coach zu Rate.
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Ist dein Sohn über- oder unterfordert?
Wenn ein Kind schon seit langem in der Schule zu kämpfen hat, so ist die Pubertät oft der Zeitpunkt, an welchem es den Anschluss trotz erhöhtem Lernaufwand nicht mehr schafft. In diesem Fall solltest du dich mit Schulpsychologen und Lehrern zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Manchmal reicht intensive Nachhilfe in ein bis zwei Fächern, in anderen Fällen sollte über einen Schulwechsel nachgedacht werden.
Auch unterforderte Schüler neigen zu Leistungsabfall, ihnen fehlt die Motivation für Schule. Wenn dein Sohn unterfordert ist, wäre es gut gemeinsam mit den Lehrkräften nach Fördermöglichkeiten zu suchen.
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Soziale Schwierigkeiten
Gerade in der Zeit der Pubertät, wenn die Jugendlichen sich von den Eltern ablösen und Bindungen mit anderen Menschen zunehmend wichtiger werden, kommt es häufig zu zwischenmenschlichen Problemen: Streit mit dem besten Freund, Zoff mit den Eltern, Liebeskummer – all das erfordert die volle Aufmerksamkeit des Teenies und raubt ihm die Konzentration.
Für Eltern entsteht der Eindruck: „Sohn 12 – keine Lust auf gar nichts“, wie hundertfach in diversen Internetforen zu lesen ist. In solchen Fällen kann es helfen „nur“ zuzuhören und da zu sein und ihm einen zuverlässigen häuslichen Rahmen zu verschaffen.
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Mehr Tipps für Jungen in der Schule
Zunächst einmal sind schulische Schwierigkeiten in der Pubertät ein Stück weit ganz „normal“ und werden in den meisten Fällen gut überstanden.
Überdenke deine eigene Erwartungshaltung an deinen Sohn
Manchmal ist die Erwartungshaltung der Eltern zu hoch angesetzt und erdrückt den Jugendlichen geradezu.
Es ist wichtig sich die Zeit zu nehmen, um die eigenen Erwartungen zu reflektieren und ehrlich zu sich selbst zu sein. War man selbst nicht auch manchmal „faul“, oder „nachlässig“?
Wenn die schulische Verschlechterung nicht allzu dramatisch ist, kannst du sie auch erst einmal „aussitzen“ und schauen was passiert. Wenn ein Schüler statt Zweien nun Dreien mit nach Hause bringt, ist das noch kein Grund mit Sanktionen aufzufahren, sie bewirken oft das Gegenteil.
Das erlebe ich oft in meiner Praxis, wenn ich Jungs coache: „beim „Sohn 11 – lernt nicht“ geht mit 13 oder 14 Jahren plötzlich der Knopf auf. Oder der „Sohn 12 – kein Bock auf Schule“ entdeckt einige Zeit später sein Interesse an technischen Dingen und wird zum Überflieger in Mathematik.“
Stärke die Beziehung zu deinem Sohn
Besonders wenn es in der Schule nicht gut läuft, braucht dein Sohn zu Hause Sicherheit, Orientierungshilfe und das Gefühl geliebt zu werden. Bedingungslos geliebt zu werden!
Versuche die Beziehung zu deinem Sohn nicht durch Streit zu sehr zu belasten, sondern unternimm etwas mit ihm, was jenseits schulischer Themen stattfindet: Zusammen Lagerfeuer machen, Grillen, Zelten oder sogar einen Vater-Sohn-Urlaub machen? Dann kann aus einem „Sohn 12 – keine Lust auf“ plötzlich ein motivierter junger Mann werden, der alle überrascht.
Ganz wichtig ist, dass dein Sohn weiß, dass du jederzeit ein offenes Ohr für ihn hast. Ist eure Beziehung stabil und auf gutem Fundament gebaut, so könnt ihr auch mit Kritik besser umgehen.
Krisen sind dazu da, sie zu meistern und aus ihnen zu lernen. Wenn dein Sohn gelernt hat eine Krise mit dem nötigen Werkzeug zu überwinden, so lernt er auch weitere Krisen in seinem Leben gut zu meistern.
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