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Neulich rief mich eine besorgte Mutter an: „Mein Sohn 12 ist aggressiv, ich bin völlig verzweifelt. Warum ist er so wütend? Hängt das mit Testosteron zusammen?“
Kein Einzelfall, Aggression ist in meiner Praxis häufig das Thema. „Mein Sohn 11 ist aggressiv, wir wissen nicht mehr weiter.“, so höre ich häufig. Nun, eine Pauschalantwort gibt es in solchen Fällen nicht, jedes Kind ist individuell und jede Familie hat ihr eigenes Konstrukt. Doch es gibt einige grundlegende Dinge, die man über Aggressivität wissen sollte. Sie können helfen, die Eltern-Kind-Beziehung wieder zu entlasten und auf eine neue, bessere Ebene zu bringen.
Sigmund Freud (Psychoanalytiker), glaubte, dass Aggression ein angeborener Trieb ist, der dem eigenen Überleben und der Arterhaltung dient. Heutzutage weiss man aber, dass zerstörerische Triebenergie in produktive, etwa künstlerische Tätigkeiten umgelenkt werden kann. Ohne Aggressivität gäbe es beispielsweise weder Hochleistungssport noch Heavymetal-Musik.
Lange Zeit bestimmte die Aggressions-Frustrations-Hypothese die Forschung, die mittlerweile aber als widerlegt gilt. Demnach ist Aggression nicht immer zwangsläufig die Folge von Frustration, vielmehr hat sich gezeigt, dass der Mensch grundsätzlich zur Kooperation veranlagt ist und gerne in Gemeinschaft gleiche Ziele verfolgt, statt aggressiv gegenüber seinen Mitmenschen aufzutreten.
Schauen wir uns Aggressivität ab und wenden sie an, wenn es uns passend erscheint? Einige Fachleute sind davon überzeugt, dass Aggressivität erlernt und umso häufiger angewendet wird, je mehr Erfolgserlebnisse damit verbunden werden. Ein Schulkind beispielsweise, das durch aggressives Verhalten mehr Aufmerksamkeit bekommt, wird nach dieser Theorie immer wieder aggressiv auffallen.
Keiner der drei Denkansätze gilt als bestätigt, man geht mittlerweile davon aus, dass hinter aggressiven Verhaltensweisen bestimmte Motive oder Bedürfnisse (z.B. nach Zuwendung, Sicherheit) stecken, die gestillt werden wollen. Aggressivität ist also Mittel zum Zweck, um ein Ziel zu erreichen, oft reflexartig und unbewusst.
Ganz wichtig: Aggression ist nicht immer schlecht! Sie gehört zum Leben dazu, spornt an, ist Grundlage der „Ellenbogengesellschaft“, wird in politischen Debatten gerne gesehen und kann sogar lebensnotwendig sein, beispielsweise in Notsituationen.
Was im Leben von pubertierenden Jungs noch eine entscheidende Rolle spielt, ist der biologische Aspekt. Der Testosteronspiegel steigt während des Wachstums im Alter zwischen 10 und 13 Jahren um 800% im Vergleich zum Kleinkindalter an.
Das Testosteron wird schubweise in hohen Mengen vom Körper produziert und bewirkt viele Veränderungen von Körper und Geist, in die das „Pubertier“ tatsächlich erst einmal „hineinwachsen“ muss.
Dass es dabei zu Turbulenzen kommt und Eltern das Gefühl haben „Hilfe, mein Sohn ist aggressiv!“, ist ganz natürlich. Zugleich ist diese Umbruchphase aber auch eine Chance, die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu stärken. Einen Jungen erziehen, ist eine grosse und wunderbare Aufgabe!

Nun weg von zu viel grauer Theorie, hin zu den Jungs, die gerade mit sich und der Welt zu kämpfen haben. Halten wir mal kurz inne und erinnern uns, wie wir uns damals gefühlt haben. Was hat uns aggressiv gemacht? Wer oder was hat geholfen, um unsere Aggressionen abzubauen?
Ich erinnere mich noch sehr deutlich an meine Aggression, die aufkam, wenn meine kleine Schwester mich wieder einmal provoziert hatte bis ich ausgeflippt bin, mich wehrte und dann doch IMMER (oder fast) von meinen Eltern die Schuld zugewiesen bekam und zu Unrecht bestraft wurde, während meine Schwester grinsend ihren Sieg genoss.
Was hätte ich mir in dieser Situation gewünscht? Ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen Vater und Sohn, wertfrei, ohne Vorverurteilung und ein Alternativangebot, wie ich besser mit solchen geschwisterlichen „Attacken“ und Provokationen allgemein, umgehen kann. Das wäre hilfreich und konstruktiv gewesen.
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Ich wünsche Euch eine neue, positivere Sichtweise auf Aggressivität und gutes Gelingen beim Bündeln der Energien!
Wie war es bei dir, wie war deine Pubertät? Wie erlebst du deinen Sohn?
Hast du Tipps? Bitte unterstütze andere Eltern mit deinen Tipps und Erfahrungen.
Oder hast du eine Frage? Ich helfe dir gerne.
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