+43 5356 64008 office@maenners.com
Mein Sohn ist aggressiv

Mein Sohn ist aggressiv! Was tun?

Hole dir spannende Infos mit dem BoysUp Newsletter. Du bekommst regelmäßig Tipps im Umgang mit deinem Sohn und Artikel-Empfehlungen. 
Erfahre mehr.

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Neulich rief mich eine besorgte Mutter an: „Mein Sohn 12 ist aggressiv, ich bin völlig verzweifelt. Warum ist er so wütend? Hängt das mit Testosteron zusammen?“

Jungen und Aggression

Eine explosive Kombination

Kein Einzelfall, Aggression ist in meiner Praxis häufig das Thema. „Mein Sohn 11 ist aggressiv, wir wissen nicht mehr weiter.“, so höre ich häufig. Nun, eine Pauschalantwort gibt es in solchen Fällen nicht, jedes Kind ist individuell und jede Familie hat ihr eigenes Konstrukt. Doch es gibt einige grundlegende Dinge, die man über Aggressivität wissen sollte. Sie können helfen, die Eltern-Kind-Beziehung wieder zu entlasten und auf eine neue, bessere Ebene zu bringen.

Wie war es bei dir?

Eine klare Definition von Aggressivität gibt es nicht, aber drei mögliche Erklärungsversuche:

1. Aggression ist ein angeborener Trieb

Sigmund Freud (Psychoanalytiker), glaubte, dass Aggression ein angeborener Trieb ist, der dem eigenen Überleben und der Arterhaltung dient. Heutzutage weiss man aber, dass zerstörerische Triebenergie in produktive, etwa künstlerische Tätigkeiten umgelenkt werden kann. Ohne Aggressivität gäbe es beispielsweise weder Hochleistungssport noch Heavymetal-Musik.

 

2. Aggression entsteht aus Frustration

Lange Zeit bestimmte die Aggressions-Frustrations-Hypothese die Forschung, die mittlerweile aber als widerlegt gilt. Demnach ist Aggression nicht immer zwangsläufig die Folge von Frustration, vielmehr hat sich gezeigt, dass der Mensch grundsätzlich zur Kooperation veranlagt ist und gerne in Gemeinschaft gleiche Ziele verfolgt, statt aggressiv gegenüber seinen Mitmenschen aufzutreten.

 

3. Aggression als erlernte Verhaltensweise

Schauen wir uns Aggressivität ab und wenden sie an, wenn es uns passend erscheint? Einige Fachleute sind davon überzeugt, dass Aggressivität erlernt und umso häufiger angewendet wird, je mehr Erfolgserlebnisse damit verbunden werden. Ein Schulkind beispielsweise, das durch aggressives Verhalten mehr Aufmerksamkeit bekommt, wird nach dieser Theorie immer wieder aggressiv auffallen.

Aggression bei Jungs

Ist das immer schlecht?

Keiner der drei Denkansätze gilt als bestätigt, man geht mittlerweile davon aus, dass hinter aggressiven Verhaltensweisen bestimmte Motive oder Bedürfnisse (z.B. nach Zuwendung, Sicherheit) stecken, die gestillt werden wollen. Aggressivität ist also Mittel zum Zweck, um ein Ziel zu erreichen, oft reflexartig und unbewusst.

Ganz wichtig: Aggression ist nicht immer schlecht! Sie gehört zum Leben dazu, spornt an, ist Grundlage der „Ellenbogengesellschaft“, wird in politischen Debatten gerne gesehen und kann sogar lebensnotwendig sein, beispielsweise in Notsituationen.

Sohn (12) ist aggressiv. Warum?

Aggression deckelt Bedürfnisse.

Was im Leben von pubertierenden Jungs noch eine entscheidende Rolle spielt, ist der biologische Aspekt. Der Testosteronspiegel steigt während des Wachstums im Alter zwischen 10 und 13 Jahren um 800% im Vergleich zum Kleinkindalter an.

 

Das Testosteron wird schubweise in hohen Mengen vom Körper produziert und bewirkt viele Veränderungen von Körper und Geist, in die das „Pubertier“ tatsächlich erst einmal „hineinwachsen“ muss.

 

Dass es dabei zu Turbulenzen kommt und Eltern das Gefühl haben „Hilfe, mein Sohn ist aggressiv!“, ist ganz natürlich. Zugleich ist diese Umbruchphase aber auch eine Chance, die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu stärken. Einen Jungen erziehen, ist eine grosse und wunderbare Aufgabe!

 

Dein Sohn ist Aggressiv?

Wie war es bei dir?

Nun weg von zu viel grauer Theorie, hin zu den Jungs, die gerade mit sich und der Welt zu kämpfen haben. Halten wir mal kurz inne und erinnern uns, wie wir uns damals gefühlt haben. Was hat uns aggressiv gemacht? Wer oder was hat geholfen, um unsere Aggressionen abzubauen?

 

Ich erinnere mich noch sehr deutlich an meine Aggression, die aufkam, wenn meine kleine Schwester mich wieder einmal provoziert hatte bis ich ausgeflippt bin, mich wehrte und dann doch IMMER (oder fast) von meinen Eltern die Schuld zugewiesen bekam und zu Unrecht bestraft wurde, während meine Schwester grinsend ihren Sieg genoss.

 

Was hätte ich mir in dieser Situation gewünscht? Ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen Vater und Sohn, wertfrei, ohne Vorverurteilung und ein Alternativangebot, wie ich besser mit solchen geschwisterlichen „Attacken“ und Provokationen allgemein, umgehen kann. Das wäre hilfreich und konstruktiv gewesen.

Hole dir spannende Infos mit dem BoysUp Newsletter. Du bekommst regelmäßig Tipps im Umgang mit deinem Sohn und Artikel-Empfehlungen. 
Erfahre mehr.

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

11 Tipps, wenn dein Sohn aggressiv ist

  1. Zunächst mal, beobachte dich selbst. Wie ist dein eigenes Verhalten, wenn Du Aggression verspürst? Wie gehst Du damit um? Du bist das Vorbild deines Jungen. Wenn Du wütend mit Sachen um dich wirfst, oder trotzig bockst, wird auch er das früher oder später tun.
  2. Reagiere nicht emotional oder wütend auf Aggressionen deines Sohnes. Er würde sich nur unverstanden fühlen und mit verstärkter Aggression reagieren. Atme besser erst mal ruhig durch und sage deinem Kind, dass es so nicht weiterkommt.
  3. Zeige Deinem Jungen alternative Verhaltensweisen auf: „Wenn Du aufhörst zu schreien, können wir in Ruhe sprechen und versuchen eine Lösung zu finden.“
  4. Drücke bei verbaler Aggression eher ein Auge zu, aber schreite bei gewaltsamem Verhalten unbedingt ein und unterbinde es. Es ist nicht akzeptabel, dass körperliche Gewalt angewandt wird oder Gegenstände zerstört werden.
  5. Sprich mit deinem Kind über sein aggressives Verhalten, wenn sich der Sturm gelegt hat und zeige ihm Alternativen auf. „Anstatt Türen zu knallen und herumzuschreien kannst du auf deinen Boxsack einschlagen, deine Wut muss raus.“
  6. Versuche im Gespräch mit deinem Sohn herauszufinden, was die eigentliche Ursache seiner Aggression ist. Ist er von etwas oder jemandem enttäuscht? Oder frustriert, weil die Mathearbeit in die Hose ging?
  7. Lobe dein Kind immer, wenn es schwierige Situationen ohne Aggression meistert, das wird es anspornen das erwünschte Verhalten öfter zu zeigen.
  8. Vermeide Strafen und Vorwürfe, wenn du nicht zu 100% weisst, dass sie berechtigt sind, andernfalls würde es zu weiteren Aggressionen kommen und Eure Beziehung darunter leiden.
  9. Gib deinem Kind verlässliche Leitplanken, an denen es sich orientieren kann. In der Zeit der Pubertät, wo sowieso schon vieles aus den Fugen gerät, braucht es klare Regeln.
  10. Hilf deinem Jungen seine Aggression umzuwandeln in positive, konstruktive Energie! Was könnte ihm Spass machen, wobei könnte er seine Aggressionen rauslassen und so einsetzen, dass sie zum „Motor“ werden? Karate? Schlagzeug spielen? Kajak fahren?
  11. Halte dein Wort. Wenn jemand zu oft enttäuscht wird, mündet es oft in Aggression. Wenn du deinem Sohn versprochen hast am Wochenende mit ihm etwas zu unternehmen, dann mach es, auch wenn du selbst vielleicht lieber auf der Couch bleiben würdest. Bleib glaubwürdig und verlässlich.

Ich wünsche Euch eine neue, positivere Sichtweise auf Aggressivität und gutes Gelingen beim Bündeln der Energien!

Kommentare

Wie war es bei dir, wie war deine Pubertät? Wie erlebst du deinen Sohn?

Hast du Tipps? Bitte unterstütze andere Eltern mit deinen Tipps und Erfahrungen.
Oder hast du eine Frage? Ich helfe dir gerne. 

Hole dir spannende Infos mit dem BoysUp Newsletter. Du bekommst regelmäßig Tipps im Umgang mit deinem Sohn und Artikel-Empfehlungen. 
Erfahre mehr.

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Leave a Reply